Stormbringer (2005)

07.11.2005: Holger
"Man muss zwar das Rad nicht ständig neu erfinden, es ist aber ein wichtiger Prozess, auf dem Weg zum eigenen Stil des Öfteren die ausgetretenen Pfade zu verlassen"

Der Frontman der heimischen Ausnahme Thrasher stand uns Rede und Antwort.

Interview by reini
Für alle, die Dich Euch nicht kennen: erzählt bitte ein wenig über Euren bisherigen musikalischen Werdegang.

Wir trafen 2001 zusammen, auf Grund gemeinsamer Liebe zur Musik und ähnlichen Vorlieben im Metal. Damals waren wir alle noch relative Anfänger auf unseren Instrumenten, durch hohe Anforderungen an uns selbst und hartnäckiges Proben entwickelten wir uns aber schnell weiter. Studioaufnahme und zahlreiche Auftritte trugen ebenso ihren Teil zur Reifung der Band bei. Genauso wie wir entwickelt sich natürlich auch unsere Musik, die sich gewissermaßen permanent aufs Neue findet.

Euer Bandname – wofür steht er, was soll er aussagen?

Unser Bandname ist keineswegs als apokalyptische Botschaft gedacht, es geht uns auch nicht darum, tiefschwarzen Pessimismus zu verbreiten. Vielmehr wollen wir auf reale, durchwegs problematische Missstände hinweisen, was in unseren Texten auf mehreren Ebenen passiert. Es wird die Psyche einzelner Menschen ebenso thematisiert, wie globale Probleme und metaphorische Ereignisse. Dabei sehen wir uns als kritische Beobachter und versuchen, möglichst unpolitisch zu bleiben.
Es geht uns aber primär um die Musik und solche Überlegungen sind eher zweitrangig.

Eure neue CD „Fall of Men“ ist ja mittlerweile erhältlich und auch bei uns schon besprochen worden, erzählt mal ein bisschen über die Entstehungsgeschichte, den Aufnahmeprozess usw.

Die Aufnahmen für das Album wurden im April 2005 in acht Tagen abgeschlossen. Das alles geschah in Wien in den Black Lagoon Studios von Mario Jezik, der uns produziert und „quasi“ entdeckt hat. Die Arbeit im Studio war etwas gänzlich Neues für uns, und verlangte uns auch einiges ab. Wir haben uns eine Woche vor dem Studiotermin richtig in unserem Proberaum eingebunkert und geprobt wie die Wahnsinnigen. Vor dem Studio haben wir zum Beispiel noch nie mit Metronom gespielt, und das ist vor allem zu Beginn sehr ungewohnt. Zum Teil haben wir Lieder umarrangieren und Riffs umschreiben müssen, weil es mit Metronom einfach nicht funktioniert hat. Aber die Vorbereitung hat sich ausgezahlt, und so ist der ganze Aufnahmeprozess ohne Probleme abgelaufen. Auf jeden Fall haben wir durch die Aufnahme und auch durch unsere Vorbereitung sehr profitiert. Vor allem Live.

Wie sind die Reaktionen von Euren Fans bzw. der Presse auf diese Neuerscheinung bisher?

Die Reaktionen sind durchwegs gut, wobei unsere engeren Fans naturgemäß besonders begeistert sind. Auch die ersten Reaktionen der Presse, vor allem einiger Internetportale, klingen viel versprechend. Nun ist abzuwarten, wie sich die Platte im Handel bewährt.

Was mir auffiel, ist die zeitweise Nähe Eurer Musik (gerade in bei den eingängigen, melodiösen Parts) zu Bands wie Soilwork zum Beispiel, Kompliment oder doch eher Belastung?

Natürlich ist das einerseits ein Kompliment, andererseits eifern wir nicht darum, in irgendeine Schublade zu passen, die es schon gibt. Man muss zwar das Rad nicht ständig neu erfinden, es ist aber ein wichtiger Prozess, auf dem Weg zum eigenen Stil des Öfteren die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Ich möchte sagen, wir spielen einfach was uns am Besten gefällt.

Stichwort Songwriting: erarbeitet Ihr Eure Songs im Kollektiv - oder habt Ihr einen Hauptsongwriter?

Generell erarbeiten wir jede unserer Nummern im Kollektiv, die Initialzündungen und ein Großteil der Ideen kommen jedoch von Georg. Ich würde ihn als ’Mastermind’ der Band bezeichnen.


…. und wer kümmert sich um die textlichen Belange?

Für dir Lyrics bin generell ich (Holger) zuständig.


Ihr seid ja bei Black Lagoon Records unter Vertrag, was erwartet Ihr Euch von der Firma Promotion technisch?

Bis jetzt sind wir zufrieden, auch wenn uns am Anfang natürlich nichts schnell genug passieren konnte, aber wie wir bemerkt haben, sieht mit ein wenig Geduld alles besser aus. Wir erwarten uns jetzt natürlich, möglichst oft in Magazinen beworben bzw. vorgestellt zu werden, um mehr Menschen zu erreichen. Aber am wichtigsten für uns ist es weiterhin, möglichst viel live zu spielen. Da haben es wir selbst in der Hand, für uns Werbung zu machen und unsere CD zu promoten.


Sowohl das Booklet Eurer CD, als auch die PM Website glänzen durch hervorragendes Layout, inwieweit ist Euch die Optik in diesem Falle sehr wichtig?

Es war uns von Anfang an wichtig, bei allem was uns repräsentiert einen durchgehenden Stil zu haben. Eine professionelle Homepage bzw. das professionelle Design einer CD hinterlassen einen guten Eindruck; wenn es gelingt, diese optischen Botschaften mit einem Bandnamen und in weiterer Folge mit der dazugehörigen Musik zu verbinden, ist ein hoher Wiedererkennungswert vorhanden.


Wo seht ihr Euch in 5 Jahren – musikalisch?

Auf jeden Fall werden wir uns weiterentwickeln. Sowohl technisch als auch in unserer Art des musikalischen Ausdrucks. Ansonsten ist es natürlich unser Traum erfolgreich zu werden und damit Geld zu verdienen, sprich, unser Hobby zum Beruf zu machen.
Es wird uns auf jeden Fall noch geben und unser Stil wird hoffentlich unverwechselbar sein.


Abschließend noch die Gelegenheit für Euch zur Werbung in eigener Sache: Warum sollte man unbedingt auf Eure Homepage surfen und Eure CD probehören/bestellen?

Naja, wie Du schon sagtest, unsere Homepage ist recht hübsch, es gibt zum Download einen Track von unserem aktuellen Album und 2 Live-Videos von einem Open-Air Konzert in Kärnten, dazu noch viele andere Features und regelmäßige Updates. Und zur CD: mal reinhören schadet nicht, und vielleicht ist`s ja ein Gewinn!

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