Metalfanatics (2006)

Im Gespräch mit Ars Moriendi und Perishing Mankind

Im Rahmen der "Journey To Your Agony"- CD-Präsentation von Ars Moriendi gab's für uns nicht nur die Möglichkeit, beim Metalfanatics-Song Attack Slinti von Ars Moriendi und Gernot von Perishing Mankind über ihr Metalwissen zu testen, sondern ihnen auch ein paar Fragen bezüglich ihren eigenen Werdegang zu stellen. Ogerl und Gecko haben sich die beiden Gesprächspartner gleich gemeinsam vorgenommen.

Metalfanatics: Ihr seids ja mit Perishing Mankind sehr viel auf Tour! Hat sich da eine enge Freundschaft gebildet?

Slinti: Auf jeden Fall. Wir spielen am 16.12. im Endorphin für heuer unser letztes Konzert, das ist das 13. Konzert 2006, das wir gemeinsam spielen, da ergibt sich natürlich eine Freundschaft. Ausserdem hängen wir auch so sehr viel miteinander herum.

Metalfanatics: Habt ihr vor in nächster Zeit in Slowenien, Deutschland oder generell im Ausland vermehrt zu spielen?

Slinti: Ja klar, nach Weihnachten fahr ich hinauf nach Deutschland ein paar Bands besuchen nach Nordrhein-Westfahlen für ein paar Tage und nächstes Jahr im Mai geht es ab nach Italien. Also schau ma mal was da rauskommt. Das Problem ist einfach, dass wenn du schon 40 Gigs im Jahr spielst und dann noch einige Austauschgigs machst hast du gar kein freies Wochenende mehr und das ist natürlich anstrengend.

Gernot: Was natürlich auch positiv dazukommt ist, dass die nächst größere Stadt in Slowenien, Maribor, liegt und das ist näher an unserem Proberaum als Graz . Das ist schon ein Vorteil. Als wir das erste mal dort gespielt haben, hat uns kein Mensch gekannt aber die Leute sind von Anfang bis zum Ende voll mitgegangen, die Leute sind total aufgeschlossen und es war eine super Stimmung. Nach dem Gig sind die Clubbesitzer auf uns zugegangen und zeigten sich über die Show begeistert. Das Gelände selbst ist auch sensationell geil, ein altes Fabriksgelände, vergleichbar mit der Arena. Wir sind dort immer sehr freundlich aufgenommen worden, ebenso in Italien.

Slinti: Ich kann ich mich noch erinnern, als wir zum ersten Mal in Udine gespielt haben, da ging das Merch weg wie warme Semmeln, soviel haben wir in Österreich noch nie verkauft. In Italien läuft das überhaupt anders ab. Da zahlt der Club die Bands und die Leute haben freien Eintritt, dementsprechend ist die Hütte dort mit 300 Leuten voll und die bleiben auch bis zum Ende.

Metalfanatics: Ars Moriendi gibt es jetzt doch schon seit 8 Jahren. Warum hat es bei euch so lange gedauert, bis ihr bei einem Label untergekommen seid?

Slinti: Naja du musst auch bedenken, dass wir 2002 erst so richtig begonnen haben. Die „Disimulated“ von 2002 haben wir ja dreimal aufgenommen, bis sie tatsächlich raus gekommen ist. Wir hatten locker schon 20 Songs in der Tasche, aber erst 2002 so richtig begonnen, CDs rauszubringen und live zu spielen. Davor haben wir maximal 7 Gigs im Jahr gespielt, ehe es ab 2002 mit den Liveauftritten so richtig losgegangen ist. Von Jahr zu Jahr sind es mehr geworden, heuer sind wir bei 40 Gigs gelandet. Das kann sich sehen lassen.

Metalfanatics: Bei Perishing Mankind ist das ganze ja ein bisschen flotter von statten gegangen?

Gernot: So gesehen schon, als Band selbst gibt’s uns ja erst seit 2002, live zu spielen, haben wir erst 2003 begonnen, von da an ist es dann richtig losgegangen. Wobei ich sagen muss, wir haben auch viel Glück gehabt, wir haben nie ernsthaft gesucht oder CD´s verschickt, es ist einfach passiert. Dann ist das Werk eigentlich so richtig angelaufen. Natürlich funktioniert nicht alles von selbst, man muss schon einen gewissen Willen mit einbringen, sonst geht mal gar nichts. Alles harte Arbeit.

Metalfanatics: Irgendwie kommt uns vor, dass es in der österreichischen Szene etwas lasch zugeht! Wie seht ihr das?

Slinti & Gernot: Ich glaub nicht, dass es an der österreichischen Szene liegt, eher an der Mentalität. Da ist teilweise einfach kein Nachdruck dahinter. Wenn mal eine Absage kommt, ist man gleich angefressen und probiert es nicht weiter. Das ist bei uns eben anders, denn wir probieren es so lange, bis sich was ergibt. Wenn du bei einem Gig auch nur mal 50 Euro bekommst und dafür 500 km fahren musst, ist das okay, solange du nett aufgenommen wirst und das Umfeld passt. Dann steht auch die ganze Band dahinter.

Metalfanatics: Wie beurteilt ihr die Metalszene in der Steiermark?

Gernot: Eigentlich ganz gut, nur haben wir zur Zeit das Problem, dass eine Location nach der anderen zugesperrt wird. Es wurde ja das Explosiv, das After Dark und das Arcadium zugesperrt. Das Sub zum Beispiel hat ein ganz besonderes Flair. Keine Bühne, ein enger Raum, aber es ist einfach geil, dort zu spielen. Da ist das Wiener Movimento ja ein Nobelschuppen dagegen.

Slinti: Es ist einfach super dort zu spielen, da stehen die Leute hautnah vor dir und in der ersten Reihe haben sie dauernd deine Haare im Gesicht haha.

Metalfanatics: Habt ihr auch vor, in der tschechischen Republik zu spielen?

Slinti: Wir waren für zwei Gigs im Jänner dort, das Problem ist einfach, dass die Mentalität wieder eine ganz andere ist. Mit einer Band hatten wir super Erfahrungen gemacht, die anderen wiederum haben die ganze Zeit herumgesudert. Alles in allem wars für uns ein geiler Kurzurlaub.

Gernot: Wir haben mal vor kurzem in Ungarn gespielt und da wars schon sehr fein. Freundliche Leute, nette Aufnahme und auch die Fans waren von Anfang voll bei der Sache. Da machts natürlich Spass zu spielen.

Metalfanatics: In Österreich, speziell in Wien ist es überhaupt sehr schwierig, dass eine ordentliche Stimmung zustande kommt bei Konzerten.

Gernot: Mag sein, ja. Ich glaube aber einfach, dass Wien schon übersättigt ist. Da gibt’s einfach zu viele Konzerte. Es war in Graz früher nicht anders, es war einfach zu viel auf einmal. Jetzt hast du in Graz genau das Gegenteil, es ist zuwenig los. Bestes Beispiel das Dew Scented Konzert vor einigen Wochen. Das Orpheum hat gerade mal 2 Karten im Vorverkauf verkauft, die Band stand dann vor verschlossenen Türen, es wurde ihnen die Gage in die Hand gedrückt und dann mitgeteilt, dass der Gig abgesagt ist. Durch eine schnelle Handlung haben wir es dann geschafft, die Jungs ins Sub zu lotsen und in kurzer Zeit mit ein wenig Promotion die Hütte zu füllen. Den Deutschen hats echt gefallen, dort zu spielen. Die waren froh, überhaupt spielen zu können. Eine After Show Party im Tick-Tack gab's dann auch noch mit Gratisgetränken. Ein super Abend mit einer sympathischen Band.

Metalfanatics: Ihr habt ja jetzt euren ersten Longplayer über Noisehead Records rausgebracht. Waren die Lineupwechsel irgendwie störend für die Aufnahmen zum neuen Album?

Slinti: Also, unser alter Schlagzeuger hat uns im März gesagt, dass er die Band verlassen wird. Ein blöder Zeitpunkt, denn zwei Wochen später hatten wir unseren Plattenvertrag. Wir haben ja auch schon längere Zeit einen zweiten Gitarristen gesucht und mit ein bisschen Glück haben wir jetzt über den Paul von Perishing Mankind einen zweiten Gitarristen gefunden. Aber wenn man so zurückdenkt, hat es eigentlich nicht wirklich Probleme bei der Aufnahme gegeben.

Metalfanatics: Bei euch, Perishing Mankind, ist es ja im Februar soweit und ihr bringt euren zweiten Longplayer raus?

Gernot: Eingespielt ist das Album schon, wir waren Anfang November für drei Wochen im Studio, aber wirklich viel kann ich eigentlich noch gar nicht dazu sagen. Ich kenn gerade mal die Schlagzeugparts und das, was ich eingespielt habe. Die ganzen Spielerein wie Solis usw. werden erst nachher eingespielt. Aber ich denke mal, jeder der unsere erste CD kennt, wird erstaunt sein. Wir sind ja oft mit Shadows Fall oder Killswitch Engage verglichen worden, was ich überhaupt nicht verstehen kann (so wie alle anderen Anwensenden auch), also lasst euch überraschen…

Metalfanatics: Im Jänner seid ihr ja im Escape zu Gast. Bekommen wir da schon Hörproben vom neuen Album?

Gernot: Wir werden sicher die eine oder andere Nummer spielen, wobei ein Song bereits in unserem Programm vertreten ist.

Metalfanatics: Dann danken wir recht herzlich für das nette Interview.

Gernot & Slinti: Wir haben zu danken, war ein netter Vorabend.

von Ogerl & Mauergecko

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