Inzest/Perishing Mankind/Seven Deadly Sins/Avenging Angels, PMK Innsbruck, 20.05.2006

 

Stormbringer

Die Bühne Innsbruck hat eine neue Konzertreihe am Laufen, die sich „100% Underground“ nennt und ähnlich wie die legendären STU-Feste heimischen Bands die Möglichkeit gibt, vor größerem Publikum aufzutreten – und das für lächerliche 7 Euronen! Eine absolut unterstützenswerte Aktion, der auch etliche Headbanger folgten und somit das PMK, eine kleine, aber feine Location, schon von Beginn an ordentlich füllten.

Los gings dann um ca. 2000 Uhr mit den sieben Todsünden, die laut Backdrop auf der Bühne „Austrian Metalcore“ spielen. Nun, bei der Art von Musik bekomm ich normalerweise immer leichte Brechreizanfälle, aber was die Herren musikalisch boten, hatte durchaus Klasse. Mir gefiel vorallem das aggressive Stage Acting des Fronters, der wie ein Irrer auf der Bühne herumtobte und wie am Spieß schrie. Nicht schlecht, Herr Specht! Auch musikalisch konnten sie die Anwesenden überzeugen, es entstand sogar ein kleiner Moshpit! War auf alle Fälle ein würdiger Opener!

Die Avenging Angels kannte ich von Hörproben im Netz, und ehrlich gesagt war ich da jetzt nicht so begeistert. Was sie aber dann live boten war tatsächlich vom Feinsten. Verwöhnt mit einem äußerst druckvollen Sound schossen sie ihren mörderischen Death/Thrash-Sound in die Umlaufbahn. Superbes Stageacting, Hammersongs und –leads, verdammt, die Herren hatten alles, was man braucht, um live zu überzeugen. Wenn sie es jetzt noch schaffen, den Livesound auch auf CD zu bannen, könnte das wirklich ein Fest für den geneigten Fan werden! Horns up!

Nach diesem beeindruckenden Spektakel stiegen die Temperaturen im PMK schon ziemlich an – es war an der Zeit für die PPP-Crew aus Graz! Auf Perishing Mankind war ich schon ziemlich gespannt, hatten sie doch mit „Fall of Men“ eine absolute Thrashgranate vor dem Herren abgeliefert. Auf der Bühne selbst ließ man gleich von Anfang an nichts anbrennen und zündete ein „fucking“ Thrashfeuerwerk, daß einem Hören und sehen verging. Superber Sound, Synchron-Propellerbanging und ein Frontbrüllwürfel, der sich zu 90% des Konzertes ca. 5 cm über dem Boden das Hirn aus der Rübe bangte – Gott! Jungs und Mädel, kommt bald wieder!

Für Inzest war dies ein ganz besonderer Abend, galt es doch, ihre neue Dampframme „The Sickest Of Society“ live vorzustellen. Was soll ich noch großartig über diese Band schreiben? Live wie immer eine absolute Wand, boten sie sämtliche Hits ihrer Karriere, unglaublich tight und mit Mördersound versehen. Wenn sie so weiter machen, können sich Hatebreed oder Dying Fetus wirklich warm anziehen! Einen kleinen Fauxpax hab ich mir auch noch geleistet, denn eigentlich sollte ich gemeinsam mit Maggo „Necrosphere“ trällern, da es aber so unglaublich heiß und stickig im Club war, mußte ich mir mal ein paar Minuten feinste frische innsbrucker Stadtluft gönnen und hab somit meinen Auftritt verpaßt... sorry an alle dafür!Lustig war auch noch der Merch-Stand, wo es nicht nur die üblichen T-Shirts und CDs der Bands gab, nein, man konnte sogat Inzest-Unterhosen und – haltet Euch fest – Stringtangas erwerben! Bin mal gespannt, wieviel sie davon abgesetzt haben, hehe!

Alles in allem ein superber Abend mit hochkarätigen Bands, die mal wieder bewiesen haben, wie gut der österreichische Underground ist. Ein Hoch auch auf die Bühne Innsbruck, die dieses absolut fanfreundliche Package veranstaltet haben.Zu guter Letzt gabs dann noch im Abyss eine rauschende (im wahrsten Sinne des Wortes!) Aftershowparty, bei der Bands und Fans gleichermaßen den gelungenen Abend ausklingen ließen...

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