Ars Moriendi/Trashcanned/Perishing Mankind, Tulln, 7.12.2006
Stormbringer.at
Auf Ihrer landesweiten Präsentationsreise gastierten die steirischen Hopefulls von Ars Moriendi auch im verträumten Örtchen Nitzing bei Tulln um ihre aktuelle CD Journey to Your Agony zu präsentieren. Mit imGepäck hatte man die Landsmänner von Perishing Mankind, sowie die St. Pöltner Trasher von Trashcanned, die auch gleich als Veranstalter fungierten. Mit wohlfeilen fünf Euro im VK war auch preislich alles im Lot, wobei Zuseher technisch doch ein wenig mehr Nasen den Weg nach Nitzing bei Tulln finden hätten können. Schön allerdings, dass sich einige Protagonisten anderer Österreichischer Underground Bands ein Stelldichein gaben, so waren die Smalltalks mit Andy von den Lords of Decadence, oder dem Hannes von Vanitas wie immer sehr, sehr unterhaltend!
Eröffnen durften diesen Reigen Perishing Mankind, die mit ihrem bärenstarken Fall of Men Album eigentlich kaum was falsch machen konnten. Sofort wurde augenscheinlich, dass diese Truppe bestens eingespielt war, mit Sänger Holger eine wahre Rampensau als Frontman aufzubieten weiß (der übrigens mit einem saucoolen Old-Styled Micro ans Werk ging!) und optischer Blickfang dieser Band ist sowieso Drummerin Beate – schier unglaublich wie dieses zierliche Persönchen in die Felle drosch – deren Performance Andy von LOD treffend zu charakterisieren wusste „hätte das Schlagzeug einen Schwanz würde es Beate wohl wirklich ficken!!“ So flutschten Songs wie Perishing Mankind, Last Exit oder Rage mit einer schier unglaublichen Energie ins Auditorium, pfefferte die Gitarrenarmada Gernot & Gregor, zumeist durch ihre unglaublichen Matten vollständig verhüllt, ein Klasseriff nach dem anderen ins schon gut aufbereitete Publikum, und auch die vorgestellten Songs des im Frühjahr zu erwartenden neuen Langeisens wussten beim Erstmaligem Hören mehr als zu überzeugen. Klasse Auftritt einer der wohl talentiertesten heimischen Bands.
Trashcanned hab ich ja schon etliche Male live erleben dürfen, aber gerade der heutige Auftritt war nicht unbedingt einer der besten der St. Pöltner. Zum einen waren es technische Probleme, die die Band irgendwie gerade zu Anfang des Sets aus dem Tritt kommen ließen, dann schlich sich auch noch der ein oder andere kleine Verpieler in den Set ein, aber mit Fortdauer des gut 45-minütigem Programmes bekam Frontsau Tim und seine Herrschaft das Ganze wieder unter Kontrolle. Das mir bis Dato unbekannte Instrumental (wie hieß die Nummer doch gleich noch mal?), sowie der Rausschmeißer – und heimliche Bandhit – Heartbeat versöhnten dann doch noch einigermaßen für die anfänglichen Probleme. Auffallend jedoch, dass das Gitarrendoppel Bernhard Schubert und die zuckersüße Christine „Cisl“ Schmidt immer besser harmonieren, und gerade Cisls abgrundtiefen Backing Vox sorgten für den ein oder anderen kollektiven Kinnladenrunterklapper beim starken Geschlecht im Auditorium.
Zu schlaftrunkener Stunde (ich glaube es war schon knapp Ein Uhr in der Früh oder so) mussten dann Ars Moriendi auf die Bretter die die Welt bedeuten. Eins vorweg: So ausgereift, so professionell, so super eingespielt und so bis ins absolut kleinste Detail perfekt war keine Band an diesem Abend. Da dies ja die Release Party der neuen CD war, spielte man – soweit ich das mitbekommen habe – diese auch gleich von vorne bis hinten durch, was zwar der Stimmung nicht unbedingt zudringlich war, aber der erste Höreindruck des neuen Materials war schon ein ziemlich gewaltiger. Michi Wegleitner (der übrigens laut Trashcanndler B. Schubert wie eine magere Version von Amon Amarth’s Johan Hegg aussieht!) und seine Mannen agierten mit einer schier unglaublichen Präzision, streuten immer wieder abstrakte Intros und Übergänge zwischen den Songs ein und überzeugten zumindest den Rezensenten ohne Wenn und Aber, wenn gleich die Publikums Reaktionen, wahrscheinlich auf Grund der doch schon mehr als fortgeschrittenen Stunde, nicht ganz das Niveau der beiden vorangegangen Bands halten konnte. Ein superber Auftritt war es dennoch und nach mehrmaligen Hören der Journey to Your Agony CD kann man auch hier sagen, Klasse Band, mit einem bärenstarken neuem Album im Gepäck!
Fazit: Als Winner gehen für mich Persihing Mankind über die Zielline, die es verstanden den Opening Slot optimal auszunutzen, knapp dahinter – vor allem durch eine makellose und perfekt eingespielte Performance – die Ars Moriendi Fraktion, und Trashcanned haben – Gott sei Dank – nach etwas missglücktem Beginn doch noch den Karren wieder flottbekommen. Alles in Allem ein unterhaltsamer Abend, der einmal mehr bewies, dass der Österreichische Metal Underground lebt, und wie!