Metal For Fairness with Eqilibrium/One Man Army and the Undead Quartett/The Vision Bleak/Perishing Mankind/Trashcanned/Arcanum, Planet Music Wien, 12.05.2007
Stormbringer
Das Metal for Fairness ging mit seinem Main Event in die zweite Runde. Es stellten sich sechs Bands im Dienste der guten Sache zur Verfügung und bescherten den Anwesenden Bangern ein über fünf Stunden dauerndes Happening. War am Vortag der Veranstaltung Mitorganisator Dominik noch etwas skeptisch ob der Zuschauerresonanz, erwies sich diese Befürchtung am Tag des Konzertes, ob der unglaublichen Nachfrage am letzten Tag des Vorverkaufes und an der Abendkassa, als völlig unbegründet. Annähernd 500 Metalfreaks erwiesen sich im Planet Music die Ehre und sorgten für eine mehr als ausgelassene Stimmung.
Den Neo-Thrashern von TRASHCANNED oblag es diesen Abend einzuläuten. Zu noch recht früher Stunde (18:30 Uhr) enterten die Mannen (und das Mädl) rund um Frontderwisch Tim die Bühne, wie alle wissen, haben sich TRASHCANNED diesen Slot mit Gewinn des Metal for Fairness Underground Bewerbes mehr als redlich verdient. Für mich allerdings ein wohl nur im Planet Music auftretendes Paradoxon, dass die St. Pöltner den mit Abstand besten Sound des Abends hatten, dies und das Hereinströmen immer mehr und mehr Zuseher hat sich auch auf die Leistung der Band projiziert, und der Sechser aus Niederösterreich lieferte eine tadellose Vorstellung ab. Auffallend, dass die für das im September spruchreife Debüt Album bereits komponierten Nummern immer mehr den alteingesessenen Stamm an bekannten Stücken den Berg abgraben, dies dürfte auch der Band bewusst sein, so verbannte man das bis dato als heimlichen Bandhit gehandelte „Heartbeat“ in die Mitte des Sets und gönnte der Meute als Abschluss den wohl bis dato besten TRASHCANNED Song ever „My Own Revelation“, der das Auditorium bestens auf die nachfolgenden Bands einstimmte.
Wilde Gerüchte kursierten über ARCANUM vor ihrem Auftritt beim MFF herum, es sei der letzte Auftritt mit Sänger Peda, da dieser sich ob seiner Stimmprobleme in die nicht gewollte Sangespension zurückziehen müsse – nun ein kurzes Gespräch mit dem sympathischen Frontman förderte zu Tage, dass er sich lediglich ein paar Monate Auszeit was Live Auftritte betrifft gönnen wird, um in dieser Zeit intensiv mit einer Gesangslehrerin an seiner Technik zu feilen und so der Plan spätestens im Herbst stronger than ever auf die Bühne zurückzukehren. Gemerkt hat man von diesen Problemen beim Auftritt der ARCANUM Boyz allerdings herzlich wenig, denn schon der Opener „Chaos Arise“ drang dermaßen fett aus den Boxen und von einer möglichen Unsicherheit Peda’s war weit und breit nichts zu merken. Im weiteren Folge des ebenfalls 30-minütigen Gigs stützte man sich naturgemäß auf das aktuelle Album „What if you die tomorrow“ und als besonderes Zuckerl verteile Sänger Peda nach der Schlussnummer noch einige nicht mehr erhältliche Demoaufnahmen ans Publikum. Für mich sind ARCANUM sowieso live eine Macht, dort wo ihr Debütscheibchen noch die ein oder andere Unsicherheit aufzuweisen hat, brettern die Fünf live mit einer derartigen Wucht und Agressivität drüber, dass es im Endeffekt immer ein Ohrenschmaus ist sich das reinzuziehen.
Als dritte heimische Vertreter waren PERISHING MANKIND verpflichtet worden und die Steirer plus ihr Schlagzeugverdreschendes Mädl bewiesen eindrucksvoll, warum sie die inner österreichische Headlinerposition innehatten. Kein Wunder, wenn man sich auf Songs der Marke „Wonderland“, das unglaublich sitzende „We Come In Peace“, oder das in Worte kaum zu fassende „Sad Day“ stützen kann. Die Menge feierte das Quintett ohne Ende, und in dieser ganzen Euphorie sei es Sänger Holger sogar verziehen, dass er bei seinen Dankesworten an das Veranstalterteam gleich zwei von drei Personen geflissentlich unter den Tisch fallen ließ. Als Rausschmeißer gab es wie gewohnt die angepunkte Version des Phantoms der Oper und nach diesem alles überzeugenden Auftrittes sah man uniso fast nur grinsende und zufriedene Gesichter in und um das Planet Music umherspazieren.
Hiermit übergebe ich für den internationalen Teil an meinen Kollegen Nagelfar, der Euch weiter durch den Abend führen wird.THE VISION BLEAK muss man sich so vorstellen, als ob man den Darstellern von Interview mit einem Vampir Instrumente in die Hand gedrückte hätte, wobei ich aber nicht weiß, ob Tom Cruise und Brad Pitt singen können, wirklich schlechter kann es allerdings nicht sein. Wem (so wie mir) TVB nur von CD bekannt waren, den erwartete eine wohl herbe Enttäuschung, denn obwohl musikalisch in (er)tragbaren Rahmen zerstörte der fürchterliche Gothicgesang (manche Kollegen haben von Gejaule gesprochen, das verkneif ich mir jetzt mal) wohl das letzte Fitzelchen an Atmosphäre, die die Band aufzubauen versuchte. Störend für mich war auch, dass sich der Stil der Band absolut schlecht in das ansonsten ausgezeichnete Lineup einfügte. ( - Nagelfar - )
Glücklicherweise folgte mit (den Dauergästen in Österreich) ONE MAN ARMY AND THE UNDEAD QUARTET der absolute Kracher dieses Abends. Wer die Band von CD kennt (oder schon mal live gesehen hat) weiß, dass Songtitel wie Bulldozer Frenzy oder Killing Machine absolut ihre Berechtigung haben. Da außerdem das Publikum mittlerweile die Lieder schon allesamt kennt war die Stimmung sofort am Siedepunkt angelangt und OMA damit für viele der heimliche Headliner des Abends.Wiedermal zeigte sich auch, wie stark sich die gute Laune im Publikum auf die Band übertragen kann, deren Bühnenshow dadurch noch energischer und heftiger ausfiel als gewöhnlich. Glücklicherweise beschränkte man sich auch nicht auf die Hits der ersten CD sondern gab auch fleißig Nummern von „Error in Evolution“ zum Besten, darunter auch meinen Favoriten Such A Sick Boy welches mit seiner psychopathischen Stimmung schon sehr nahe an Knives von THERAPY heranreicht. Super Band, super Stimmung, super Auftritt. ( - Nagelfar - )
Bei so einem CO Headliner ist es natürlich schwer noch einen draufzusetzen und gleich vorweg, geschafft haben das EQUILIBRIUM sicher nicht, denn verändert hat man sich seit dem Kaltenbach Auftritt von vor 2 Jahren kaum. Technisch immer noch sehr gut strahlt die Band trotz Allem diese gewisse Aura einer Schülerband aus - statisches Herumstehen statt Headbangen, lahmes Klatschen statt echter Publikumsmotivation, das hatten ALLE anderen Bands deutlich besser vorgemacht. Wären da nicht die ausgezeichneten Nummern, EQUILIBRIUM wären wohl kaum bei einem Majorlabel untergekommen.Für mich störend auch, dass immer noch sehr viel vom Band kommt und noch kein adäquater Keyboarder gefunden werden konnte. Glücklicherweise war das Publikum aber schon gut angeheizt und fraß den Deutschen aus der Hand, was sicher auch daran liegt, dass Turis Fratyr wohl eine der besten Metalscheiben 2005 war und dementsprechend alle Songs schon sehr bekannt sind. Neben den alten Nummern wurden aber auch einige neue Stücke präsentiert, diese hinterließen bei mir aber einen etwas schalen Nachgeschmack da auch hier keinerlei Weiterentwicklung zu erkennen ist, stattdessen hat man das Gefühl irgendwelche B-Seiten von Turis Fratyr vorgesetzt zu bekommen. Hier darf man gespannt auf die neue CD sein, welche irgendwann 2007 noch erscheinen sollte. ( - Nagelfar - )
Und nun das Wichtigste dieses mehr als unterhaltsamen Abends:Die Nachricht, die allen Anwesenden und auch dem Veranstalterteam ein frohes Lächeln entlocken konnte: Das Geld für das Haus im Waisendorf in Kambodscha ist da! Nun wird mit dem Hausbau begonnnen und in ein paar Monaten können 10 weitere Kinder in das kleine Dorf einziehen!Doch dies alles wäre nicht möglich gewesen ohne all die Partner, Sponsoren, Berater, Freunde, Familien und vor allem nicht ohne das Publikum! Danke, dass jeder Einzelne so zahlreich erschienen ist und dermaßen gerockt hat!