Arising Realm (AUT)
Die “Untergehende Menschheit” zitiert in ihrem Booklet zur neuen CD eine Passage aus dem zu Herzen gehenden Roman von Lewis Carrolls “Alice Im Wunderland“. Auch sonst zeigt sich die Band in intelligenten Texten auffallend um den Zustand des aktuellen Weltgeschehens besorgt. Das ist schon mal ein Plus der zweiten, vollständigen Veröffentlichung der österreichischen Band. Zudem haben Perishing Mankind auch ein Händchen für griffige und catchy wirkende Melodien. In den besten Momenten erinnern die an neuere The Haunted, Soilwork oder auch Scar Symmetry. Allerdings schleichen sich zum Ende der CD auch ein, zwei etwas holperige, unschlüssig wirkende Nummern („False Gods“, „Work It Out“) ein. Das sind die kleinen Minuspunkte einer insgesamt aber absolut hörenswerten CD. Das selbst genannte Klassenziel, nämlich „Catchy Thrash“ zu schreiben, wird durchaus erreicht.
Sehr interessant ist auch das Cover-Artwork: mehrere als Sinnbild der Moderne und der industriellen Revolution des 20. und 21. Jahrhunderts geltende Bauten, wie zum Beispiel die Freiheitsstatue in Amerika, der Eiffelturm in Paris, die Fernsehtürme von Berlin und Quebec, Skylines von diversen Großstädten und ein Mega-Riesenrad wirken als Einladung der Silhouette von „Wonderland“. Eine nackte, unschuldig wirkende Frau geht auf dieses Wunderland zu. Auf der Rückseite verlässt ein Bus das Ortsausgangsschild „Wonderland“ ein Gebiet, das mit hohen, schneebedeckten Bergen und blumenbewachsenen Wiesen geradezu einladend wirkt. Die Einladung zum Nach- und Umdenken kommt hoffentlich an?! (db)