Legacy (D)
Zunächst fiel mir an PERISHING MANKIND auf, dass bei ihnen lobenswerterweise eine Frau am Schlagzeug lärmt, was im Metal Bereich ja leider immer noch eine Rarität ist. Bis auf die etwas holprige Bassdrum-Arbeit steht Beate auch ganz ordentlich ihren Mann. Aber ich will sie hier keineswegs in den Mittelpunkt der Rezension rücken lassen, da gehört nämlich die Musik hin, und die kann über weite Strecken gefallen. Die österreichische Band spielt stark Midtempo-lastigen Death Metal, der nicht selten an Boltthrower erinnert. Gelegentlich schleicht sich auch schon mal ein Schweden-Riff dazwischen.
Um nicht zur bloßen Kopie zu verkommen, haben sich PERISHING MANKIND mit Holger einen Shouter ins Boot geholt, der sowohl derbe Grunts als auch melodische Vocals beherrscht. Er ist es auch, der den Stücken am ehesten Wiedererkennungswert verleiht, da die Gesangslinien bei Stücken wie ‚First Fallout’, ‚System Mutilation’ oder ‚Last Exit’ nicht nur gelungen, sonder auch eingängig sind. Doch auch die Gitarren wissen hier und da Akzente zu setzten, was sich besonders in einigen coolen Solo-Passagen manifestiert. Trotzdem schafft es die Band nicht, ein gleich bleibendes Niveau zu erreichen, da vor allem in vielen Midtempo-Parts die Energie fehlt. Die wird lediglich dann freigesetzt, wenn ab und zu mal ein bisschen aufs Gas getreten wird.
Und die Live-Aufnahme eines eigenen alten Tracks mit Rumpelsound als Abschluss einer Debüt-CD zu verwenden, ist auch nicht gerade clever. Beim nächsten Mal sollte die Band stärker filtern und ihre guten Ideen – sprich: die Melodien und den eingängigen Gesang – mehr herausarbeiten, denn Boltthrower steht ihr nicht ganz so gut ins Gesicht.